Trauer

Für unsere kleinen und großen Kinder

 Ich kann Dich gut verstehen...


Eine Katze oder ein Hund kann für Kinder engster Vertrauter und bester Freund sein.

                Die emotionale Bindung ist sehr stark. Stirbt die Katze oder der Hund,

      ist dies für viele Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Oft die erste

      Erfahrung mit dem Tod. Für Eltern eine Situation, der sie teils ratlos

      gegenüberstehen. Sie sind unsicher, wie sie mit der Trauer ihres Kindes 

      richtig umgehen, und wie sie ihrem Kind hilfreich zur Seite stehen 

      können.

Wichtig ist es die Trauer des Kindes ernst zu nehmen,

      und offen und ehrlich über alles miteinander zu sprechen. Dazu gehört

      auch, die eigene Traurigkeit zuzugeben, Verständnisvolle Worte wie

      „Ich kann Dich gut verstehen, Niki fehlt mir auch - tun einem Kind

      weitaus besser als tröstendes „Du musst nicht traurig sein“. Vermitteln

      Sie ihrem Kind dass Trauer erlaubt, ja sogar positiv ist, nämlich ein

      Zeichen für eine enge Verbindung und Freundschaft

Die Erfahrungen zeigen, dass es das Beste ist, im Gespräch mit dem Kind möglichst

nah bei der Wahrheit und Realität zu bleiben.

      Umschreibungen  wie  „Dein Freund ist eingeschlafen und jetzt im

      Tierhimmel“  sind zu unkonkret, zu „märchenhaft“. Sie decken das   

      Erlebnis nur zu, ermöglichen aber nicht eine innere Auseinandersetzung.

      Kinder wollen wissen, warum ihr bester Freund nicht mehr da ist, wo er 

      ist, und was aus ihm geworden ist. Kinder, die dies nicht erfahren, 

      können nur schlecht verkraften, dass der treue Gefährte sie einfach im

      Sich gelassen hat, ohne erkennbaren Grund. Daher sollten Sie ihr Kind -

      auch wenn der Wunsch, ihm Schmerzen zu ersparen, verständlich ist

      - schonend und kindgerecht mit den Tatsachen konfrontieren.

Kinder sind sehr „körperlich“, können nicht „abstrakt“ empfinden.

      Sie können den Tod nur begreifen, wenn sie etwas sehen und anfassen

      können. Daher ist es durchaus sinnvoll, dass sich ihr Kind von seinem

      Tier verabschiedet, beim Einschläfern dabei ist oder es anschließend

      noch einmal sehen oder streicheln kann. (Das Alter des Kindes ist

      hierbei natürlich zu beachten).Wichtig ist dabei, dass das Kind stets 

      selber entscheiden darf, was es will. Bei der Bewältigung von Trauer 

      helfen Rituale. Ein Abschiedsbrief, aufgestellte Fotos oder aber auch

      Gespräche, in denen man sich gemeinsam des alten Freundes erinnert. 

      Zieht sich ihr Kind hierbei zurück, sollten Sie es gewähren lassen.

      Oft aber hilft es ihm schon, wenn es merkt, dass sich seine Eltern mit

      dem T0d des Tieres auseinandersetzen. Es signalisdiert ihm, dass es

      erlaubt ist. Gefühle und Trauer zu zeigen, und kann, wenn es möchte, 

      Gebrauch davon machen.

Manche Kinder ziehen sich zurück,

        verlieren vorübergehend den Appetit oder die Freude am Spielen.

        Andere werden überaktiv, laut und wütend, vielleicht sogar aggressiv.   

                 Nicht selten suchen Kinder einen Schuldigen für das Geschehene. Sie

        beschimpfen dann den Tierarzt oder die Eltern, nicht genug aufgepasst

        zu haben und für den Tod des geliebten Freundes verantwortlich zu

        sein. Zeigen Sie Verständnis dafür. Die Kinder fürchten sich plötzlich

        allein im Dunkeln, lutschen wieder am Daumen oder nässen ins Bett, In 

                 diesen Fällen müssen Sie verständnisvoll sein, die vorübergehenden 

        Emotionen wider zulassen, und Ihrem Kind vermehrt Sicherheit geben.

                                                  

Aüßert Ihr Kind den Wunsch nach einem neuen Tier,

sollten Sie diesem durchaus positiv gegenüberstehen, ihn aber nicht

sogleich erfüllen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, was für ein Tier es

sioch wünscht, wie es aussehen und heißen soll. Lesen Sie gemeinsam

Bücher über die Neuanschaffung eines Tieres und planen Sie für die

Zukunft. Aber geben Sie sich und ihrem Kind Zeit, erst einmal in Ruhe

Abschied von dem alten Freund zu nehmen, und die Trauer zu 

verarbeiten.

Thekla Vennebusch, Tierärztin

 

Marion Granzow

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